Brexit und die Gamingindustrie – nichts wie raus aus Gibraltar?


Der Brexit wirft viele Fragen auf. Eine davon: Ist es Zeit für Glückspielunternehmen, Gibraltar zu verlassen?

Gibraltar ist eines der Schlagwörter, das in den hitzigen Diskussionen rund um den Ausstieg aus der EU immer wieder auftaucht. Die Bewohner Gibraltars haben mit 96% für Remain gestimmt und damit unmissverständlich klargestellt, dass sie in der EU bleiben wollen.

Das dürften die 33 Glücksspielunternehmen – darunter BetVictor, Gala Interactive, NYX und IGT - mit Gibraltar-Lizenz nicht anders sehen.

Ungefähr 4000 Arbeitsplätze hängen direkt oder indirekt an den Gamblinganbietern vor Ort.

Die Beschäftigten sind meist Pendler, die täglich die Grenze zwischen Spanien und Gibraltar überqueren. Und genau da liegt der Knackpunkt. Mit dem EU-Austritt befürchten die Menschen Komplikationen und Einschränkungen beim Überqueren der Grenze.

Spanien könnte die Rettung sein

Natürlich sind diese Befürchtungen verständlich, aber die Zeit wird zeigen, wie diese Angelegenheit gehandhabt werden kann.

Spaniens amtierender Außenminister Jose Manuel Garcia-Margallo hat bereits angekündigt, Gibraltar freundlich zu behandeln und eine Lösung für das Problem der Pendler zu finden, wobei alles noch ein bisschen unklar erscheint.

“Gibraltar wollte weiterhin zur EU gehören und war für REMAIN. Nun stehen alle vor neuen Herausforderungen und vielen offenen Fragen.”

Und genau das ist der Punkt. Erst wenn es Klarheit gibt, macht es für die Glücksspielanbieter Sinn, entsprechend zu entscheiden und zu reagieren.

EU-Mitglieder trifft es möglicherweise härter als Gibraltar

Einige Statistiken belegen, dass Europa die UK mehr braucht als umgekehrt.

Der Gamblingmarkt erzielt laut EU einen Wert von ungefähr 13 Milliarden Euro (10,62 Pfund), gemessen an den Jahreseinnahmen von 2015. Der Online – Bruttogewinn der UK betrug ungefähr 3,5 Milliarden Pfund. Wenn dieser Trend bestehen bleibt, sobald die Folgen des Brexit eintreten, brechen der EU 33% des Marktes weg.

Gibraltar hingegen hätte nach wie vor noch dieses saftige Stück vom Kuchen.

So liegt es nahe, dass Deals zwischen EU und dem Gamblingmarkt der UK weiterhin erstrebenswert sind. Ob mit oder ohne EU-Mitgliedschaft, die Insel ist einfach zu stark in der Gaming-Industrie etabliert, um auf die Geschäftsbeziehungen verzichten zu wollen und zu können.

Wo ein Wille, da ein Weg. Fakt ist, dass der Brexit nicht den Ausstieg aus allen Abkommen und Verträgen mit europäischen Ländern bedeutet.

Und speziell für Gibraltar bedeutet es auch die Chance auf ganz neue Deals. Wir wissen nur noch nicht, wie und was genau.

Was wir jedoch wissen: die EU an sich hat keine spezifischen Glücksspielgesetze gebracht. Wenn sich also für die UK dahingehend nichts geändert hat, betrifft das ebenso Gibraltar.

Ebenso ändert sich nichts an den steuerlichen Vorteilen, die man als Gaming – Operator mit Sitz in Gibraltar genießt. Es macht in diesem Punkt schlicht keinen Unterschied, ob das Land der EU angehört oder nicht.

Theoretisch wäre es natürlich möglich, seinen Firmensitz in ein europäisches Steuerparadies zu verlegen. Ob es jedoch den vielen Papierkram und nicht zuletzt die vielen Jobs der Menschen wert ist? Diese Abwägung bleibt natürlich den Glücksspielanbietern überlassen, aber die Verlegung des Standortes wäre mit einem riesigen Aufwand und wie bereits erwähnt eben auch mit über 4000 menschlichen Schicksalen verbunden. Es träfe die Pendler sicherlich um einiges härter.

Letztlich bringt der Brexit viele Fragezeichen, aber sicherlich auch Chancen mit sich. Die betroffenen Gaming – Firmen werden für sich die richtigen Entscheidungen treffen und sich auf die Situation einstellen, sobald der momentane Schreckmoment abgeklungen ist und mehr Klarheit über die Auswirkungen des Brexit herrscht.

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